
Nadeltest zur Beurteilung der Bruthygiene
Wir hatten beim Standbesuch am 19. Juni 2026 im Beicher das Thema Nadeltest, deshalb hier noch die genaue schriftliche Erklärung dazu:
Der Nadel- oder auch Pin-Test ist ein wichtiges Instrument zur Beurteilung des Hygieneverhaltens eines Bienenvolkes. Bedeutsam ist dieses Hygieneverhalten in Bezug auf den Befall mit der Varroamilbe: Bienen können befallene Brutzellen erkennen und räumen diese teilweise aus. Hat das Varroa-Weibchen bereits mit der Eiablage begonnen, wird der Reproduktionszyklus unterbrochen. Da die Entwicklungsstadien der Varroamilben ausserhalb der Brutzelle nicht lebensfähig sind, sterben sie ab. Hat die Muttermilbe noch nicht mit der Reproduktion begonnen, verliert sie Zeit bei der Suche nach einer neuen, geeigneten Brutzelle. Das Ausräumverhalten ist daher ein Faktor, welcher eine direkte Wirkung auf die Varroabefallsentwicklung in einem Bienenvolk hat.

Der Brutbereich für den Nadeltest wird markiert. Die angestochenen Zellen sollen seit 5-6 Tage verdeckelt sein.

50 verdeckte Brutzellen werden mit einer Insektennadel der Stärke 2 angestochen.

Sechs Stunden nach dem Anstechen der Zellen wird kontrolliert, wie viele der angestochenen 50 Zellen geöffnet respektiv ausgeräumt wurden.

Die Ausräumte beträgt 92%! Vier der angestochenen Zellen blieben unberührt.

Geöffnete und unberührte Zellen: Nicht jede angestochene Zelle wurde auch ausgeräumt.
Der Nadeltest ist eine einfache Methode dieses Verhalten zu testen. Dabei wird bewertet, wie stark die Bienen eines Volkes auf geschädigte Brut bestimmten Alters reagieren (5-6 Tage nach Verdeckelung der Zelle). Aktuelle Berechnungen ergeben eine Erblichkeit für das Ausräumen nach Nadeltest von 29%. Bei gezielter Selektion ist daher bereits nach wenigen Generationen mit einem Zuchtfortschritt in Richtung Varroatoleranz zu rechnen.
Quelle: Niels Michel
