Pflege von abgeschwärmten Völkern  

Oftmals wird Völkern, die geschwärmt haben, zu wenig Beachtung geschenkt. Es ist aber wichtig, diese auf Weiselrichtigkeit zu kontrollieren und eine gute Futterversorgung zu gewährleisten.

Der BGD empfiehlt, folgende Punkte zu beachten:

  • Nach dem Abschwärmen Honigaufsätze entfernen. Wenn die Honigernte nicht unmittelbar bevorsteht, eventuell einem anderen Volk zuhängen bzw. aufsetzen
  • Futter kontrollieren, wenn nötig füttern (mittels Futterwabe, Honigwaben oder Futterteig)

Nach 3 Wochen:

  • Kontrolle auf Weiselrichtigkeit (sind Eier vorhanden?)
  • Im brutfreien Zustand, respektive wenn nur offene Brut vorhanden ist, Volk mit Oxalsäure behandeln. Wir empfehlen, anlässlich der Kontrolle die Sprühbehandlung mit Oxalsäurelösung (Merkblatt 1.3.1.) durchzuführen.
  • Futterversorgung sicherstellen und bei Bedarf füttern, damit sich die Völker gut entwickeln. Da solche Völker meist mit Wirtschaftsvölkern auf dem gleichen Bienenstand sind, besteht akute Raubgefahr. Vorgängig Fluglöcher einengen, nur abends in geringen Mengen füttern, damit die Bienen das Futter über Nacht aufnehmen können.

Sind die Völker 3 Wochen nach dem Abschwärmen weisellos, aber gesund, können sie abgewischt werden. Vor dem Abwischen müssen die Bienen genügend Nahrung aufnehmen können, damit ihnen der Zutritt zu anderen Völkern gewährt wird. Schwächelnde, ungesunde Völker müssen abgeschwefelt werden. Um Seuchen auszuschliessen, ist im Zweifelsfall der Bieneninspektor beizuziehen.

Varroabefall kontrollieren

Ende Mai ist die Überprüfung der Varroabelastung in allen Völkern sehr wichtig. Ein Volk mit hohem Milbendruck können Sie mit Hilfe einer Notbehandlung retten.

Der Bienengesundheitsdienst (BGD) empfiehlt, die Milbenbelastung anhand des natürlichen Milbenfalls zu prüfen, da diese Methode die aussagekräftigsten Ergebnisse liefert. Fallen über 3 Milben pro Tag, ist ein allenfalls noch aufgesetzter Honigraum zu entfernen und die Notbehandlung umgehend einzuleiten. Liegt der natürliche Milbenfall bei maximal 7 Milben pro Tag, kann zur Verwertung der Brut auch ein Flugling gebildet werden, der abschliessend mit Oxalsäure besprüht wird. Warten Sie mit der Umsetzung einer Massnahme keinesfalls zu, sonst kann es für Ihre Bienen bereits zu spät sein.

Bei der Notbehandlung werden die betroffenen Völker auf Neubau gesetzt und mit Oxalsäure besprüht (Vorgehen gemäss BGD-Merkblatt).

Relevante Merkblätter:
1.5.1. Natürlichen Milbenfall messen
1.7.1. Varroa-Notbehandlung in Magazinbeuten
1.7.2. Varroa-Notbehandlung im CH-Kasten
1.4.5. Flugling

Neues Merkblatt

Das neue Merkblatt 3.4. Fauna auf dem Bienenstand ist auf der Homepage ab sofort verfügbar.

Nächste online Live-Veranstaltungen

Der BGD bietet übers Internet kurze Weiterbildungssequenzen à ca. 30 Minuten an.
Die nächsten Anlässe:
08.06.2023, 19:00 Uhr: Varroa unter Kontrolle
13.07.2023, 19:00 Uhr: Fauna auf dem Bienenstand
10.08.2023, 19:00 Uhr: Asiatische Hornisse

Wie teilnehmen?
Die Online Live-Veranstaltungen werden alle aufgezeichnet. Sind Sie an einer Veranstaltung verhindert, können Sie sich die Aufzeichnung bis ca. 2 Monate nach dem Anlass anschauen (dazu einfach den Teilnahmelink anklicken).