Asiatische Hornisse auf dem Vormarsch

Begünstigt durch die vorteilhaften Wetterbedingungen in diesem Jahr, breitet sich die Asiatische Hornisse in der Schweiz aus. Inzwischen ist die invasive Art nicht nur in den Kantonen Genf und Jura aufgetaucht, sondern auch in Waadt (Arnex sur Nyon, Vaugondry, Apples), Baselland (Münchenstein) und Fribourg (Montet Glâne). Damit die Ausbreitung der Hornisse mittels Nestvernichtung durch Spezialisten verlangsamt werden kann, sind umgehende Verdachtsmeldungen an den Bienengesundheitsdienst (BGD) unerlässlich. Senden Sie dazu bitte Ihre Fotos oder Videos mit Angabe des Sichtungsortes an info@apiservice.ch. Es lohnt sich, bei jedem Besuch auf dem Bienenstand aufmerksam die Flugfronten der Beuten zu beobachten, um jagende Insekten frühzeitig zu entdecken.
Aktuell ist der Druck auf die Bienenstände noch nirgends in der Schweiz so gross, dass eine Gefahr für die Völker besteht. In Gebieten mit Hornissenvorkommen ist es sinnvoll, die Fluglöcher mit einem Gitter zu schützen (Bauanleitung und Bezugsquellen des Gittergeflechts im Merkblatt 2.7.1.). Achten Sie zudem bitte darauf, nur gesunde und starke Völker zu halten (Merkblatt 4.7. sowie Videos Magazin und Schweizerkasten). Vom Aufstellen von Fallen wird dringend abgeraten. Sie sind zu wenig wirksam und vernichten vor allem andere, heimische Insektenarten, die für den Erhalt der Biodiversität wichtig sind.

Europäische Hornisse Vespa crabro

Einige Imker-innen beobachten derzeit an ihren Bienenstöcken einen starken Beflug durch Europäische Hornissen (einheimische Art). Im Vergleich zu den Asiatischen Hornissen, die Bienen zu Hunderten jagen, beschränkt sich der Raub der einheimischen Hornissen in diesen Tagen jedoch auf einige Dutzend Bienen pro Tag. Es besteht also kein Grund zur Sorge: Ein gesundes Bienenvolk besteht in dieser Jahreszeit aus etwa 20-25’000 Bienen und kann auf einige wenige Individuen verzichten.

Was tun? Halten Sie starke, vitale Völker und schützen Sie sie bei starkem Beflug mit Volieren (siehe Merkblatt 2.7.1. Anleitung gittergeschütztes Flugloch).

Im August benötigt ein Nest der Europäischen Hornisse ca. 500 g Nahrung pro Tag (Wespen, Fliegen, Mücken, Bremsen, Bienen, Spinnen, Raupen usw.) und trägt damit aktiv zu einem Gleichgewicht in der Natur bei. Aus diesem Grund ist es kontraproduktiv, diese Nützlinge zu jagen und zu töten.